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Helmabnahmeenglish version

Hintergrund
Motorradfahrer haben keine Knautschzone und sind daher besonders gefährdet. Verletzungen der Halswirbelsäule sind eine typische Folge nach Motorradunfällen. Sie entstehen meistens durch einen harten Kopfanprall. Gefürchtet sind Halswirbelsäulenverletzungen, weil hier die das Risiko einer Querschnittslähmung hoch ist.
Da Motorradfahrer aber meistens mehrere schwere Verletzungen aufweisen und auch häufig bewusstlos sind, muss der Notarzt am Unfallort regelmäßig den Motorradhelm entfernen. Nur dann können lebensrettende Sofortmaßnahmen, z.B. die künstliche Beatmung, eingeleitet werden. Bei der Helmabnahme sind Bewegungen des Kopfes und der Wirbelsäule nicht zu vermeiden. Wie groß solche Bewegungen sind und ob daraus ein Risiko für eine Lähmung resultiert, war die Hauptfrage unserer Untersuchung.

Durchführung der Untersuchung
Untersuchungen an der verletzten Halswirbelsäule sind beim frisch verletzten, lebensbedrohten Unfallopfer nicht zu vertreten, da sie die medizinische Behandlung gefährden. Daher wurde ein Leichenmodell entworfen.
Zunächst wurden Halswirbelsäulen mit speziellen Röntgenmarkern bestückt. Anschließend wurden zahlreiche Testdurchgänge mit gesunder und verletzter Wirbelsäule durchlaufen. Auch die Helmabnahme selbst wurde an Leichen simuliert. Alle Versuchsdurchgänge wurden im Röntgenfilm und mit digitalen Kameras aufgezeichnet. Aus diesem Bildmaterial konnte die Bewegung der Halswirbelsäule exakt berechnet werden.


Ergebnisse
Die Beweglichkeit der verletzten Halswirbelsäule war signifikant größer als in den Vergleichsmessungen an gesunden Halswirbelsäulen. Besonders erschreckend waren die Ergebnisse der Helmabnahme. Hier zeigte sich eine nahezu verdoppelte Beweglichkeit trotz sorgfältiger Helmabnahme durch einen erfahrenen Rettungsmediziner. Mehrfach konnten auch Auskugelungen in den Halswirbelgelenken nachgewiesen werden. Das Risiko einer Schädigung des Rückenmarks ist hier zweifelsohne gegeben.

Schlussfolgerungen

16Die Indikation zur Helmabnahme am Unfallort muss individuell durch den Notarzt gestellt werden. Soweit möglich, sollten technische Hilfsmittel zum Auftrennen des Helmes verwendet werden. Dringend empfohlen werden Motorradhelme mit aufklappbarem Kinnbügel. Solche Helme sind seit vielen Jahren erhältlich, haben sich aber aufgrund der hohen Anschaffungskosten bisher nicht durchsetzen können. Generell gilt aber, dass lebensrettende Sofortmaßnahmen, z.B. die künstliche Beatmung, absoluten Vorrang vor dem Schutz der Halswirbelsäule haben.

Aktuelles vom 03.05.2012

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