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Hintergrund
Am Unfallort ist der Arzt mit einer wahren Flut von eintreffenden Informationen konfrontiert. Neben den rein medizinischen Daten des Patienten sind dies Parameter der Unfallumgebung (z.B. Lichtverhältnisse, Temperatur), der Unfallentstehung (z.B. Geschwindigkeitsniveau, Art des Anpralls, beteiligte Fahrzeuge) und derer mehr (z.B. ausgelöster Airbag, Herausschleudern aus dem Fahrzeug, Einklemmung im Fahrzeug). Der Arzt muss diese Informationen filtern und die wesentlichen Parameter in eine Matrix einfügen, so dass möglichst schnell und effektiv das Richtige für den Patienten getan wird. Welche Parameter dabei für besonders wichtig gehalten werden ist unklar. Auch ist unbekannt, ob solche einzelnen Parameter die sichere Einschätzung der Verletzungsschwere ermöglichen.

Durchführung der Studie
Die Bestimmung von Vorhersagewerten erforderte die Entwicklung einer mathematischen Simulation. Dieses so genannte „Sequentielle Informations-Angebots-Model (SIAM)“ erlaubt es, dem Testteilnehmer nacheinander definierte Informationen (z.B. über den Unfallhergang) zu liefern und die darauf erfolgte Einschätzung der Verletzungsschwere statistisch zu analysieren. Insgesamt 100 völlig verschiedene Unfallszenarien wurden den Testteilnehmern – alles erfahrene Notärzte bzw. Rettungsmediziner – zur Bewertung vorgelegt. Ziel war es, einzelne Parameter zu identifizieren, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit und unabhängig von anderen Unfallparametern eine sichere Einschätzung der Verletzungsschwere erlauben.

Ergebnisse
Das Ergebnis ist einfach aber eindeutig. Keiner der angebotenen Parameter erlaubt einen mit hinreichender Sicherheit gestellten Verdacht bzw. den Ausschluss schwerer Verletzungen. Selbst das Herausschleudern aus dem Fahrzeug oder das Einklemmen im Fahrzeug sind keine verlässlichen Vorhersagewerte.

Schlussfolgerungen
Allein aufgrund einfacher, technischer Unfallparameter kann keine verlässliche Aussage zur erwarteten Verletzungsschwere getroffen werden. Dieses Wissen ist für den Notarzt von außerordentlicher Bedeutung, da selbst bei „unscheinbaren“ Unfällen schwerste Verletzungen auftreten können. Anhand eines vergleichbaren Rechenmodells („Sequentielles Informations-Angebots-Modul (SIAM)“) werden in zukünftigen Untersuchungen weitere Parameter hinsichtlich ihrer Eignung zur Vorhersage schwerer Verletzungen analysiert.

Aktuelles vom 03.05.2012

Die neueste Publikation der Unfallforschung Greifswald…


27…untersucht den für die Unfallrettung so wichtigen Umstand einer richtigen Einschätzung der Verletzungsschwere direkt am Unfallort. Am Unfallort sieht sich der Notarzt oftmals einer überwältigenden Zahl von Informationen ausgesetzt und muss daraus in kürzester Zeit die entscheidenden Informa... mehr