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Study and prevention measures on traffic Accident in Vietnam and Europe (SAVE)

Das Projekt SAVE war das erste internationale Projekt der Unfallforschung Greifswald. Ziel waren die Erhebung von unfall-relevanten Daten und die Verbesserung der Versorgung Unfallverletzter. Studienort war die Stadt Thaibinh in Vietnam.Vietnam gehört zu den so genannten Schwellenländern. Der enorme wirtschaftliche Aufschwung zeigt sich im zunehmenden Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten. Mehr und mehr wird dadurch das Fahrrad als Transportmittel abgelöst. Heutzutage bevölkern unzählige kleine Motorräder die Straßen des südostasiatischen Landes, bald werden es Autos, Busse und Lastwagen sein. Aktuelle Unfallstatistiken aus Vietnam zeigen schon jetzt eine erschreckende Zunahme der Unfallzahlen und Verkehrstoten. Das Projekt SAVE ist ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Greifswald (Deutschland), Pecs (Ungarn) und Thaibinh (Vietnam). Es ist Teil des ASIA-Link-Programms der Europäischen Union. Ziel des Projekts SAVE ist es, Maßnahmen zur Unfallvermeidung und Verbesserung der medizinischen Versorgung der Unfallopfer zu entwerfen und umzusetzen.

Um einen Überblick über das tatsächliche, reale Unfallgeschehen vor Ort zu bekommen, wurde eine computerbasierte Unfalldatenbank in der Notaufnahme der Medizinischen Hochschule Thaibinh installiert. Hiermit konnten zahlreiche Daten zum Unfallmechanismus und zum Verletzungsmuster dokumentiert werden. Weiterhin ist eine Fragebogenuntersuchung unter 1 000 jungen Verkehrsteilnehmern durchgeführt worden. Erstmalig konnten hier das Verkehrsverhalten, die
29Einstellung zu verkehrssicherem Verhalten, die Akzeptanz von Sicherheitstechnologien und die tatsächliche Nutzung von Verkehrsmitteln analysiert werden. Im Ergebnis wurde deutlich, dass die Mehrheit ein Fahrrad oder motorisiertes Zweirad nutzt. Allerdings werden diese Fahrzeuge oft auch zum Transport schwerer Lasten verwendet. Motorradhelme werden nur von einer Minderheit der Teilnehmer getragen. Auch andere riskante Verhaltensweisen, z.B. das Telefonieren während des Fahrens auf dem Motorrad, das Fahren unter Drogeneinfluss, das Fahren ohne Führerschein oder die Mitnahme von mehreren Personen auf einem Zweirad sind keine Seltenheit. Die Mehrheit der Befragten nannte die Schule oder Universität als wichtigste Informationsquellen zum Bereich Verkehrssicherheit. In der Konsequenz dieser Erkenntnisse wurde
30 zusammen mit den vietnamesischen Partnern ein Verkehrserziehungsprojekt für Schüler entwickelt. In der Provinz Thaibinh – welche ungefähr so groß ist wie Mecklenburg-Vorpommern- wurden T-Shirts, Schulheften und andere Materialien an Schüler verteilt. In lustigen bunten Comics geben Comic-Helden Tipps zum Verhalten im Straßenverkehr. Weiterhin wurden Lehrer in der gesamten Provinz geschult, um ihrerseits Schüler zu verkehrssicherem Verhalten zu erziehen („Schneeballprinzip“). Alle teilnehmenden Schulen haben sich verpflichtet, monatlich vier Unterrichtsstunden für das „Schulfach Verkehrssicherheit“ zu reservieren.
Eine nachhaltige Verbesserung der medizinischen Versorgung von Unfallopfern in Thaibinh wurde durch den Aufbau eines Kursprogramms erreicht. Ein erster einwöchiger Kurs fand im Herbst 2006 statt.
31Inzwischen wurden 5 weitere Kurse mit insgesamt mehr als hundert Ärzten aus der gesamten Provinz durchgeführt. Auch außerhalb der Medizinischen Hochschule Thaibinh werden seither regelmäßige Veranstaltungen in kleineren Krankenhäusern durch die vietnamesischen Partner angeboten („Schneeballprinzip“). Als wichtiger Teil dieses Schulungsprogramms sind auch die regelmäßigen Forschungsaufenthalte von vietnamesischen Ärzten in den Partnerkrankenhäusern in Greifswald und Pecs zu nennen. Im Jahr 2008 waren drei vietnamesische Gastärzte für jeweils mehrere Monate am Universitätsklinikum Greifswald, um hier moderne Patientenversorgung, aber auch Organisation, Verwaltung und wissenschaftliche Methoden aus erster Hand kennen zu lernen.

35Spitzenvertreter der beteiligten Universitätskliniken koordinieren die Erstellung eines Maßnahmenkataloges zur Unfallprävention. Im stetigen Austausch mit Vertretern aus Politik, Medien und Verwaltung wurden die Fortschritte der Projektarbeit thematisiert und Maßnahmen zur Umsetzung eingeleitet. Insbesondere soll dadurch eine positive Belegung der Begriffe „Verkehrssicherheit und Prävention“ erreicht werden. Ein Katalog mit konkreten Maßnahmen wurde auf der Abschlusskonferenz in Vietnam im Oktober 2007 vorgestellt.



Aktuelles vom 04.05.2016

15. Greifswalder Präventionstag - Ein voller Erfolg


113Am 4. Mai 2016 fand der 15. Präventionstag in der Stadthalle Greifswald statt. Unter dem Motto "Meine Schule - meine Welt" präsentierten Greifswalder Schülerinnen und Schüler ihre Präventionsprojekte. Der diesjährige Stand der Greifswalder Unfallforscher war einer der Höhepunkte für die Sch... mehr